So gut wie jeder von euch hat wahrscheinlich den Begriff Fast Fashion schon gehört. Aber was genau ist das eigentlich und wie steht diese sogenannte Fast Fashion im Zusammenhang mit dem Menschen und der Umwelt?
Die Bekleidungs- und Textilindustrie erzeugt mehr Emissionen als alle Flüge und Schiffsreisen zusammen. Schätzungsweise belaufen sich die CO2-Emissionen auf 10%. Nach Angaben der Europäischen Umweltagentur wurden 2017 in der EU pro Person ca. 654 Kilogramm CO2-Emissionen, durch den Kauf von Textilien, verursacht. Durch den Konsum von Fast Fashion werden viele fossile Ressourcen verbraucht, Chemikalien und Pestizide gelangen in die Umwelt. Durch diese Art der Umweltverschmutzung konnte es beispielsweise zur Versalzung des Aralsees kommen.
Fast Fashion bezeichnet ein Geschäftsmodell der Modeindustrie bei welchem möglichst schnell, möglichst viele Trends auf den Markt gebracht werden sollen. Die neusten Trends werden preisgünstig und in geringer Qualität imitiert.
Kleidung in der Fast Fashion Branche hat eine kurze „lead Time“. Das bedeutet von der Designphase des Kleidungsstücks bis zum Beginn des Verkaufs vergehen nur vier Wochen. Dadurch entsteht ein immenser Zeitdruck, welchen besonders die Näher*innen und Zulieferer/Zulieferinnen zu spüren bekommen.
Um die Produkte in Massen produzieren zu können und so günstig wie möglich anbieten zu können wird an den Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen gespart. Billigmode Händler wie zum Beispiel Shein verzichten in den Nähereien dafür auf Sicherheitsvorkehrungen, wie Brandschutz oder Notausgänge. Schutz vor gesundheitsgefährdenden Stoffen, mit welchen die Kleidung beispielsweise gefärbt oder bedruckt wird, gibt es ebenfalls nicht.
Hinzu kommen lange Arbeitszeiten, welche bis zu 12 Stunden pro Tag betragen können. Dementsprechend entlohnt werden die Mitarbeiter*innen nicht. Die „T-online.“ gab an, dass Näher*innen pro Stunde ungefähr 0.18€ verdienen. Das genügt zwar nicht um Miete und Lebensmittel zu bezahlen, jedoch lassen sich manche Menschen auf die langen Arbeitszeiten. Die Bekleidungsindustrie wird als zweitgrößter Treiber der Modernen Sklaverei bezeichnet.
Durch die Produktion von Fast Fashion werden nicht nur Menschen ausgebeutet sondern auch unser Planet.
Für die Herstellung von Textilien wird viel Wasser und große Flächen Land, zum Beispiel für den Anbau von Baumwolle, gebraucht. Nach dem Recyclingportal der EU werden für ein einziges Baumwoll- T-shirt ca. 2700 Liter Süßwasser verbraucht. Zum Vergleich ist das ungefähr so viel wie eine Person in 2,5 Jahren trinkt.
Außerdem trägt die Produktion von Fast Fashion zur Wasserverschmutzung bei. Durch das Färben oder Veredeln mit umweltschädlichen Chemikalien werden rund 20 Prozent der weltweiten Verschmutzung des Wassers verursacht. Hauptsächlich besteht Fast Fashion aus Polyester. Dadurch kommt es ebenfalls zur Verschmutzung des Wassers, besonders des Ozeans. Schätzungsweise gelangen jährlich 0.5 Millionen Tonnen Mikroplastik in den Ozean, durch das Waschen von synthetischen Stoffen wie Polyester.
Fast Fashion ist sehr kurzlebig, auf Grund der mangelnden Qualität. Hinzu kommt der steigenden Konsum von Bekleidung, welcher durch Fast Fashion noch mehr angetrieben wird, wodurch es auch zu mehr Textilabfällen kommt. Diese Textilabfälle landen zum Beispiel auf Deponien wie in der Atacama Wüste. Luftverschmutzung durch Brände und schwer abbaubare Materialien, wie Polyester, belasten die Umwelt ebenfalls.
Bei Fast Fashion steht die schnelle Produktion der neusten Trends im Vordergrund. Dabei werden die Auswirkungen, zum Beispiel von Chemikalien, auf die Umwelt und auf den Menschen außer Acht gelassen. Entscheiden Konsument*innen sich also für Fast Fashion, fördern sie somit die Ausbeutung der Umwelt und der Menschen.